Inspirationen in der Yogastunde #4 | Geschichte „Sonne im Herzen“

Inspirationen in der Yogastunde #4 | Geschichte „Sonne im Herzen“

Die Sonne im Herzen

Ein Schüler fragte seinen Lehrer:

„Meister, wo wohnt das Licht, das alles erhellt?
Ist es die Sonne am Himmel?
Ist es das Feuer?
Ist es der Mond?“

Der Lehrer antwortete:
„Wenn die Sonne untergeht,
was bleibt?“

Der Schüler sagte:
„Das Feuer leuchtet.“

„Und wenn das Feuer erlischt?“

„Dann leuchtet der Mond.“

„Und wenn der Mond nicht scheint?“

Der Schüler schwieg.

Der Lehrer sagte:

„Dann leuchtet das Licht in deinem Herzen.
Durch dieses Licht siehst du.
Durch dieses Licht erkennst du.
Es geht nie unter.“

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Die Geschichte ist eine freie Nach-Erzählung inspiriert von einem Dialog aus der Brihadaranyaka Upanishad. Hier wird erzählt, wie der Weise Yajnavalkya erklärt, dass das wahre Licht des Menschen nicht die Sonne oder der Mond ist – sondern das Licht des Selbst im Herzen.

Brihadaranyaka Upanishad, Kapitel 4, Abschnitt 3, Verse 1–6:

Dort fragt der König Janaka den Weisen Yajnavalkya:

„Was ist das Licht des Menschen?“

„Die Sonne.“

„Und wenn die Sonne untergeht?“

„Der Mond.“

„Und wenn der Mond untergeht?“

„Das Feuer.“

„Und wenn das Feuer erlischt?“

Dann antwortet Yajnavalkya:

„Das Selbst (Atman) ist sein Licht.“

Eine schöne Erinnerung gerade zum Frühlingsbeginn, wenn das Licht zurückkehrt, uns auch an unser inneres Licht zu erinnern und uns zu fragen: Was möchte ich ins Licht bringen?